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		<title>The Message</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Sep 2010 07:07:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Jahr 1942 hat der Zweite Weltkrieg auch Asien erreicht, wo Teile von China von japanische Truppen eingenommen wurden. Um das Land endgültig unter ihre Kontrolle zu bekommen, installieren diese ein höriges Regime und rufen mit Wang Jingwei einen Überläufer zum Präsidenten aus. Der chinesische Widerstand unter Chiang Kai-shek beginnt daraufhin mit den Planungen für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Jahr 1942 hat der Zweite Weltkrieg auch Asien erreicht, wo Teile von China von japanische Truppen eingenommen wurden. Um das Land endgültig unter ihre Kontrolle zu bekommen, installieren diese ein höriges Regime und rufen mit Wang Jingwei einen Überläufer zum Präsidenten aus. Der chinesische Widerstand unter Chiang Kai-shek beginnt daraufhin mit den Planungen für Attentate und kann dafür auf Hilfe aus der unterwanderten Regierung zurückgreifen. Die Japaner bekommen Wind von den Plänen und klopfen den eigenen Machtapparat ab, um den Maulwurf zu finden. Der Kreis der Verdächtigen kann damit auf fünf hohe Mitarbeiter eingegrenzt werden, die allesamt unter einem Vorwand in eine abgeschottete Festung beordert werden. Dort beginnen ein tödlicher Nervenkrieg und der Wettlauf gegen die Zeit, denn der Infiltrant muss seine Mitstreiter vor einer weiteren Falle warnen. </p>
<p><img src="wp-content/bilder/artikel/3497_1.jpg" alt="" align="center" />   </p>
<p>Lässt man die geschichtlichen Umstände außen vor, erinnert diese Situation an so manch klassische Kriminalgeschichte. Auch in seinem weiteren Verlauf entwickelt sich „The Message“ nach bekanntem Schema: Es werden falsche Spuren gelegt, die Akteure verdächtigen einander und doch bleibt bis zum Ende unklar, wer denn nun dem chinesischen Widerstand angehört. Große Überraschungen bleiben leider aus, nach der interessanten Einleitung gelingt es dem Film nämlich nur in Ansätzen, den Zuschauer falsche Vermutungen anstellen zu lassen. Der Mittelteil verläuft daher etwas zäh, es wird geredet, verhört und auch gefoltert, aber große Spannung stellt sich nur selten ein. Einigermaßen unterhaltsam ist das Drehbuch trotzdem und lädt zum Spekulieren ein; zum Schluss liefert es auch die erhoffte Wendung, rutscht dabei aber etwas zu weit in Richtung von Pathos und Emotionalität ab.</p>
<p>Die Ursache dafür ist vor allem in den Figuren zu suchen, die allesamt ihre Eigenheiten haben, aber letztlich doch eindimensional bleiben und trotz ihrer misslichen Lage kaum Sympathien hervorrufen. Ausgerechnet ihr Gegenspieler, ein japanischer Ermittler mit befleckter Vergangenheit, hebt sich davon ab und wird zur interessantesten Figur von „The Message“. Ebenfalls nur wenig Aufmerksamkeit lässt der Film seinen realen Hintergründen zukommen, die in Form von historischen Persönlichkeiten und Querverbindungen zu den deutschen Nationalsozialisten einige Male angedeutet werden, ohne Vorkenntnisse aber unklar bleiben. Zumindest muss sich die Handlung nicht vorwerfen lassen, die Tatsachen zu verdrehen und, wie in China nicht unüblich, einen patriotischen Unterton zu haben. Der Fokus liegt klar auf einer kurzweiligen Kriminalgeschichte, in zwar durchaus eine Moral hat, in vielen Belangen aber zu blass bleibt, als dass man es ihr negativ anrechnen könnte.</p>
<p><img src="wp-content/bilder/artikel/3497_2.jpg" alt="" align="center" />   </p>
<p>Für mehr Aufmerksamkeit sorgt die Inszenierung, allerdings weniger durch einen eingängigen Stil, als mit übertriebenen Spielereien. Immer wieder kommen wilde Kamerafahrten,  nette Großaufnahmen, und mäßige Szenen aus dem Computer zum Einsatz, ohne irgendeinen Nutzen für die Geschichte zu haben. Daneben ist der gesamte Film in ein dunkles Grün getaucht, was in einigen Szenen nett anzugucken ist, ihm aber auch einen surrealen Beigeschmack gibt und mit der Zeit auf die Nerven geht. Was „The Message“ trotz der vielen Dialoge am Laufen hält, sind die – trotz ihrer zumeist simplen Rollen – generell guten Darsteller. Besonders positiv fällt dabei Huang Xiaoming als vielschichtiger Bösewicht auf, in den Reihen der Verdächtigten sind es vor allem Zhang Hanyu, Li Bingbing und Xun Zhou, die einen guten Eindruck hinterlassen.</p>
<p>Die Darsteller sind aber eben nur ein Baustein im Gesamtwerk und können letztlich nicht überspielen, dass der finale Eindruck ziemlich mäßig ist. Der Film setzt zwar auf eine erprobte Rezeptur und bringt damit eine interessante Ausgangslage zusammen, lässt im weiteren Verlauf aber Spannung und Wendungen vermissen. Vorhersehbar ist die Handlung deswegen nicht, aber sie verläuft in arg geradlinigen Bahnen; zudem verweigert sie sich einer tiefergehenden Betrachtung der realen Umstände und hat auch zu den Figuren nicht viel zu sagen. Diesen Problemen scheinen sich die Macher bewusst gewesen zu sein, mit der überdrehten Inszenierung haben sie aber kein Gegengewicht, eher ein holpriges Ärgernis geschaffen. Erträglich ist „The Message“ damit zwar in jedem Fall, fesselt aber nur selten und unterhält damit nur leidlich.</p>
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		<title>The Messenger</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Aug 2010 21:12:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Den Krieg hat Will Montgomery als dekorierter Held verlassen, seine Zeit bei der Armee ist aber noch nicht beendet. Für die verbleibenden drei Monate erhält er die undankbare Aufgabe, die Angehörigen von gefallenen Soldaten über deren Tod auf dem Schlachtfeld zu informieren. Zur Seite gestellt wird ihm dafür Tony Stone, der ihn in die Eigenheiten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Den Krieg hat Will Montgomery als dekorierter Held verlassen, seine Zeit bei der Armee ist aber noch nicht beendet. Für die verbleibenden drei Monate erhält er die undankbare Aufgabe, die Angehörigen von gefallenen Soldaten über deren Tod auf dem Schlachtfeld zu informieren. Zur Seite gestellt wird ihm dafür Tony Stone, der ihn in die Eigenheiten seiner neuen Tätigkeit einweist. Emotionale Bekundungen und körperlicher Kontakt sind dabei ein Tabu, oberstes Gebot ist die Orientierung am vorgegebenen Protokoll. Die ersten Einsätze werden für Will daher zur Tortur, mehr als eine steife Mine und abgehalfterte Sätze hat er der Trauer und dem Leid vor seinen Augen nicht entgegen zu setzen. Auch Tony hat hinter der professionellen mit den täglichen Eindrücken zu kämpfen und verarbeitet diese mit seinem seltsamen Lebensstil. Will hingegen wählt einen anderen Weg.</p>
<p><img src="wp-content/bilder/artikel/3472_1.jpg" alt="" align="center" /></p>
<p>Große Impulse zieht der Film aus dieser Wendung allerdings nicht, seine Thematik arbeitet er pflichtbewusst ab und verzichtet auf jegliche Überraschungen. Sowieso kann kaum die Rede von einer klassischen Handlung sein, stattdessen reihen sich zerstückelte Episoden aneinander, die jeweils Einblick geben in die Auswirkungen des Krieges in der Heimat, in die menschlichen Schicksale dahinter. Wenn die beiden Protagonisten ihre schlechten Nachrichten überbringen, entwickelt sich daher immer wieder große emotionale Wucht, über weite Strecken lässt „The Messenger“ aber kalt. Die Geschichte verläuft ziellos und kommt kaum einmal zum Punkt, viele Szenen ziehen sich in die Länge, da nicht viel passiert, nur geredet wird. Auch die Figuren überzeugen nicht wirklich: Will bleibt bis zum Ende etwas nebulös, hingegen wirkt Tony stellenweise sehr klischeehaft.  </p>
<p>Unabhängig davon, dass er nicht wirklich unterhaltsam ist, hat der Film vor allem damit zu kämpfen, dass inhaltlich wenig geboten wird. Natürlich sind seine Beobachtungen zur Heimatfront richtig und wichtig, aber eben längst bekannt; zudem schneidet das Drehbuch viele Dramen an, eiert damit aber nur um das Problem herum bringt am Ende kaum etwas zusammen, was tatsächlich zum Nachdenken anregt oder im Gedächtnis bleibt. Entgegen dem Namen kann „The Messenger“ auch der thematisierten Tätigkeit nur wenig abgewinnen, trotz eindrucksvoller Szenen bleibt es bei kurzen, gleichförmigen Einblicken in den beruflichen Alltag und dessen konkrete Schwierigkeiten. Wie Will aus diesem Konstrukt ausbricht, zeigt ebenfalls interessante Ansätze, vergeht aber in unmotivierter Langatmigkeit.  </p>
<p><img src="wp-content/bilder/artikel/3472_2.jpg" alt="" align="center" /></p>
<p>Ein etwas besseres Bild geben die Darsteller ab, aber auch hier bleiben große Leistungen aus. Vor allem Ben Foster lässt als junger Veteran jegliche Prägnanz vermissen und spielt eher einen Archetyp als eine eigenständige Figur. Dasselbe Problem plagt Woody Harrelson in der Rolle des Tony, in einigen starken Szenen gelingt es ihm aber durchaus, die Tiefe und Ambivalenz seiner Rolle zu zeigen. Wirklich überzeugen kann einzig Jena Malone mit ihrer unaufdringlichen, sehr glaubwürdigen Darstellung einer zurückgebliebenen Witwe. Der große Raum, den „The Messenger“ seinen Figuren einräumt, wird damit kaum ausgefüllt, wirklich einprägsame Szenen bleiben aus. Mit der Inszenierung setzt der Film ebenfalls keine Akzente, vielmehr wird der unaufgeregte Stil ohne Ausschmückungen, sogar ohne viel Musik konsequent durchgezogen.    </p>
<p>Die ganz großen Patzer bleiben zwar aus, insgesamt handelt es sich aber um eine ziemlich trockene Angelegenheit. Dabei ist die Thematik interessant und relevant, zudem beleuchtet die Geschichte eine ungekannte Seite der amerikanischen Armee – über diese reizvolle Ausgangssituation wird aber nicht viel geboten. Die Handlung kann zu keinem Zeitpunkt packen und schleppt sich immer wieder über zähe Längen, den Figuren fehlt es an Persönlichkeit, die inhaltliche Seite kommt nicht über lose Beobachtungen ohne Tiefgang hinaus. Schauspieler und Inszenierung fügen dem kaum mehr etwas hinzu, zu mehr als einigen intensiven Szenen kann sich „The Messenger“ über seine zweistündige Laufzeit nicht aufraffen. Das fesselt nicht, trifft emotional kaum und ist wenig unterhaltsam.  </p>
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		<title>Summer Wars</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Aug 2010 15:05:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
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		<description><![CDATA[Mathematik und Computer sind die großen Leidenschaften von Kenji. Umso größer ist die Überraschung, als mit Natsuki die Klassenschönheit auf der Matte steht und ihm anbietet, sie zu einem Treffen ihrer Familie zu begleiten. Dort tritt die wahre Intention hinter der Einladung schnell zu Tage: Die Großmutter von Natsuki feiert ihren Geburtstag, und um diese [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mathematik und Computer sind die großen Leidenschaften von Kenji. Umso größer ist die Überraschung, als mit Natsuki die Klassenschönheit auf der Matte steht und ihm anbietet, sie zu einem Treffen ihrer Familie zu begleiten. Dort tritt die wahre Intention hinter der Einladung schnell zu Tage: Die Großmutter von Natsuki feiert ihren Geburtstag, und um diese nicht zu enttäuschen, hat sich Kenji als erste große Liebe auszugeben. Trotz der unangenehmen Überraschung arrangiert sich der Schüler schnell mit der Situation und findet Zugang zur großen Verwandtschaft seiner angeblichen Freundin. Die Idylle hat allerdings ein jähes Ende, denn ohne es zu wissen hilft Kenji einer künstlichen Intelligenz bei der Übernahme von OZ, einem populären Online-System. Die Auswirkungen sind immens – nach und nach kollabieren die Infrastruktur und das öffentliche Leben in Japan.</p>
<p><img src="wp-content/bilder/artikel/3448_1.jpg" alt="" align="center" /></p>
<p>Die Lösung für die nationale Krise liegt natürlich in den traditionellen Werten einer Familie, und wenn man dem Film eines anrechnen kann, dann ist es deren sympathische Darstellung. Zwar taucht nach und nach eine Vielzahl von Figuren auf, trotz ihrer simplen Darstellung und einiger Klischees unterhält ihr Zusammentreffen aber durchaus. Die drum herum gestrickte Handlung überzeugt hingegen nicht, zu holprig ist die Verbindung aus realer Idylle und technischem Albtraum, zu schlecht sind die beiden Ebenen der Geschichte verknüpft. Darüber hinaus mangelt es an Überraschungen und dem Gefühl einer tatsächlichen Bedrohung, nicht zuletzt wegen dem blassen Bösewicht will sich nämlich kein Gefühl für irgendeine Relevanz der Ereignisse einstellen. Stattdessen machen sich erzählerische Längen breit, denn über Strecken passiert nicht viel, es wird im Grunde nur geredet.</p>
<p>Durch diese erzählerischen Schwächen von „Summer Wars“ kommt auch das abgefahrene Szenario mit seinen dystopischen Elementen kaum zur Geltung. Die Parallelen von OZ zu bestehenden Systeme sind offensichtlich, auch der immense Einfluss der digitalen auf die reale Welt leuchtet ein, und wie eine Familie der virtuellen Bedrohung geschlossen entgegentritt, hat zumindest seinen Reiz. Es fehlt aber eine schlüssige Geschichte, auf deren Basis diese Beobachtungen und Gedanken irgendeinen Eindruck hinterlassen könnten. So wirkt der Film wie ein Sammelsurium von Ideen, die kaum einmal zusammenfinden und um wenig überzeugende Versatzstücke erweitert wurden, etwa die obligatorische Romanze und ein ziemlich blasses schwarzes Schaf in den Reihen der Verwandtschaft. </p>
<p><img src="wp-content/bilder/artikel/3448_2.jpg" alt="" align="center" /></p>
<p>Mit Blick auf die Handlung ist die Trennung der beiden Welten zu krass, ihre Gestaltung gelingt dem Film allerdings. So ist OZ geprägt von den schrägen Avataren seiner Benutzer und einer blütenweisen Künstlichkeit, die sich nach und nach in einen surrealen, sehr aufwändig inszenierten Schrecken verwandelt. Den Kontrast dazu bildet das klassische Anwesen der Familie von Natsuki, wo die Figuren in heimeliger Atmosphäre, ohne Hektik und nah an der Natur zusammentreffen. Trotz dieser optischen, mitunter auch hörbaren Unterschiede wirkt „Summer Wars“ wie aus einem Guss und überzeugt mit seinem hübschen Anime-Stil. Der ist generell nicht weiter bemerkenswert, hat aber eine Vielzahl von Details und einige sehr schöne, stimmungsvolle Aufnahmen auf beiden Ebenen der Geschichte zu bieten.    </p>
<p>Wenn er sich der Ausgestaltung seiner Kulisse oder sich den netten Figuren widmet, macht der Film mit seiner ungewöhnlichen Kombination zweier Welten also durchaus Spaß.  Leider beschränkt sich dieser auf einige Szenen, über weite Strecken fühlt sich das Abenteuer von Kenji nämlich an, als ob zusammengeworfen worden wäre, was nicht zusammen gehört. Dabei ist durchaus ersichtlich, worauf das Drehbuch mit dem Kontrast von familiärer Eintracht und technischem Albtraum hinaus möchte. Der Handlung gelingt es viel zu lange allerdings nicht, eine Brücke zwischen diesen Elementen zu schlagen und daraus ein schlüssiges Ganzes zu formen. Seine netten Ideen, seine unterhaltsamen Abschnitte und eine durchaus gelungene technische Umsetzung hat „Summer Wars“ zwar zu bieten, am zähen und sehr mäßigen Gesamteindruck ändert dies aber nur wenig.</p>
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		<title>Harry Brown</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Aug 2010 09:02:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
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		<description><![CDATA[Seine Haare sind so grau wie das Leben von Harry Brown, nicht erst seit dem Tod seiner Frau verbringt der Pensionär einen tristen Alltag in einem der heruntergekommenen Wohnblöcke von London. In der Nachbarschaft treibt eine Bande von Halbstarken ihr Unwesen, handelt mit Drogen und Waffen, verbreitet Angst und Schrecken mit sinnloser Gewalt. Eines ihrer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seine Haare sind so grau wie das Leben von Harry Brown, nicht erst seit dem Tod seiner Frau verbringt der Pensionär einen tristen Alltag in einem der heruntergekommenen Wohnblöcke von London. In der Nachbarschaft treibt eine Bande von Halbstarken ihr Unwesen, handelt mit Drogen und Waffen, verbreitet Angst und Schrecken mit sinnloser Gewalt. Eines ihrer Opfer ist Leonard, der letzte verbliebene Freund von Brown, der sich im Angesicht der ständigen Bedrohung und der Untätigkeit der Behörden nicht mehr zu helfen weiß. Kurz darauf wird er tot aufgefunden, brutal niedergestochen mit seinem eigenen Messer. Die Polizei geht daher von Notwehr in Verbindung mit Totschlag aus, kann den Täter unter den verdächtigten Jugendlichen aber sowieso nicht ausmachen. Für Brown ist das Fass damit voll, er nimmt die Sache selbst in die Hand.</p>
<p><img src="wp-content/bilder/artikel/3427_1.jpg" alt="" align="center" /></p>
<p>Diese Reaktion ist durchaus glaubwürdig, denn von der ersten Minute an gelingt es dem Film, den beständigen Terror, die Trostlosigkeit und Verzweiflung in der Wohnsiedlung eindrucksvoll darzustellen. Allerdings löst sich diese Atmosphäre schnell auf, denn nach der intensiven Einleitung wird kaum mehr etwas geboten. Für eine Charakter- wie auch eine Milieu-Studie bleibt „Harry Brown“ viel zu oberflächlich, stattdessen rückt der Rachefeldzug des Protagonisten in Gestalt lahmer, wenn auch blutiger Gewalt in den Mittelpunkt. Das Interesse flaut daher schnell ab, denn das Drehbuch hat auf keiner Ebene etwas zu bieten. Die Figuren bleiben trotz interessanter Ansätze und spannender Szenen absolut uninteressant, die Handlung versucht ihre Linearität nicht einmal zu verbergen.</p>
<p>Das Ausbleiben von Wendungen resultiert nicht nur in Langeweile, auch seine vollkommen einseitige Darstellung der sozialen Umstände zieht der Film konsequent durch und fügt ihr kaum ein Wort mehr hinzu. Viel mehr instrumentalisiert er sie und steigert sich in wütenden Krawall, um dem Zuschauer doch noch eine emotionale Reaktion abzugewinnen.  Von einer sensiblen Zeichnung der Realität, von einem kritischen Blick auf verbreitete Klischees fehlt dabei jede Spur – ohne mit der Wimper zu zucken präsentiert „Harry Brown“ sein simples Weltbild und eine fragwürdige Schlussfolgerung. Damit verleiht sich das Drehbuch nicht nur einen miserablen Beigeschmack, es vergibt auch viel Potenzial; bei aller Kritik ist die Handlung nämlich in tatsächlichen Problemen verwurzelt, greift diese aber auf sehr simple, ärgerliche Art auf.</p>
<p><img src="wp-content/bilder/artikel/3427_2.jpg" alt="" align="center" /></p>
<p>Umso erstaunlicher, dass es sich beim Hauptdarsteller um ein Schwergewicht handelt. Das bisschen Leben, das dem Film bei all seinen Problemen bleibt, erhält er von Michael Caine, der offensichtlich durch die einfache Zeichnung seiner Figur eingeschränkt wird, dem Protagonisten aber zumindest Würde und Glaubwürdigkeit verleiht. Die Darsteller in den Nebenrollen sind nicht weiter bemerkenswert, unter ihnen enttäuscht gerade Emily Mortimer als ambitionierte Polizistin auf ganzer Linie. Recht gelungen ist hingegen die Inszenierung von „Harry Brown“: Mit tristen Farben und einem dunklen Stil vermittelt sie einen guten, stimmungsvollen Eindruck der Situation im Wohnblick. Vor Sex und Gewalt werden dabei nicht die Augen verschlossen, letztere wirkt stellenweise aber doch etwas übertrieben.</p>
<p>Viel kann man dem Film letztlich nicht zugutehalten, die durchschnittliche Inszenierung und ein einziger guter Schauspieler reichen jedenfalls nicht, um die massiven Probleme vergessen zu machen. Ein Gefühl für die Situation kann der Film zu Beginn erzeugen, in seinem weiteren Verlauf enttäuscht er bei der Ausarbeitung von Figuren und Handlung aber so sehr, dass jegliches Interesse schnell verschwindet. Der Name lässt eine Charakterstudie erwarten, der Protagonist bleibt aber blass; das Potenzial der Kulisse und ihrer Hintergründe wird nicht im Ansatz genutzt. Stattdessen beschränkt sich „Harry Brown“ auf einen langweilen Rachefeldzug, der ganz sicher nicht wegen seinem Verlauf, nur mit seinem dümmlichen Weltbild überrascht. Selbst als kalkulierte Provokation geht das nicht in Ordnung, der schlechte Gesamteindruck überwiegt.</p>
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		<title>Der Ghostwriter</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Aug 2010 08:10:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Adam Lang möchte seine Memoiren über die Zeit als britischer Premierminister veröffentlichen, doch der damit beauftragte Ghostwriter stirbt unter seltsamen Umständen. Ein Nachfolger ist schnell gefunden, der den lukrativen Auftrag übernimmt und an die Ostküste der Vereinigten Staaten reißt; dort soll er das halbfertige Werk zusammen mit dem Politiker in dessen abgelegenen Ferienhaus vollenden. Doch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Adam Lang möchte seine Memoiren über die Zeit als britischer Premierminister veröffentlichen, doch der damit beauftragte Ghostwriter stirbt unter seltsamen Umständen. Ein Nachfolger ist schnell gefunden, der den lukrativen Auftrag übernimmt und an die Ostküste der Vereinigten Staaten reißt; dort soll er das halbfertige Werk zusammen mit dem Politiker in dessen abgelegenen Ferienhaus vollenden. Doch Lang wird von seiner politischen Vergangenheit eingeholt, seine Rolle im Irakkrieg wird vom internationalen Strafgerichtshof untersucht, das ruhige Domizil von Aktivisten und den Medien belagert. Der Ghostwriter findet sich inmitten einer politischen Affäre wieder und muss unter verschärften Bedingungen arbeiten. Seine Recherchen führen ihn zu Ungereimtheiten und lassen ihn einen kritischen Blick auf die Biographie von Lang, auf dessen Ehefrau und den Tod seines eigenen Vorgängers werfen.</p>
<p><img src="wp-content/bilder/artikel/3352_1.jpg" alt="" align="center" /></p>
<p>Wie ein gewöhnlicher Polit-Thriller funktioniert der Film allerdings nicht, im Mittelpunkt stehen nämlich nur einige wenige Personen, die zudem in einer relativ abgeschotteten Umgebung agieren. Die Handlung profitiert davon, denn mit viel Ruhe, ohne Ablenkungen werden die glaubwürdigen Figuren und ihre Beziehungen zueinander ausgearbeitet. Im Grunde wird dabei ausschließlich geredet, da die Dialoge sehr gut geschrieben sind und sich Stück für einige Merkwürdigkeiten abzeichnen, entwickelt „Der Ghostwriter“ aber einen ungemeinen Sog. Denn trotz der gemächlichen Erzählweise kommt kein Leerlauf auf und fesselt die Geschichte mit ihrem klugen Aufbau, guten Wendungen und spannenden Verlauf; nur zwei der Wendungen zum Schluss wirken etwas abgedroschen und unnötig.    </p>
<p>Nicht nur breitet der Film einen gewichtigen Stoff damit sehr bekömmlich auf, er begegnet auch seiner Thematik auf interessante Weise. Die Parallelen der Handlung zu Ereignissen der letzten Jahre, die Ähnlichkeit von Adam Lang und Tony Blair drängen sich nicht auf, sind aber erkennbar. Auf dieser Basis konstruiert „Der Ghostwriter“ eine spannende, realistische Fiktion und gibt einen bitterbösen Kommentar zur britischen Außenpolitik ab. Was die Geschichte neben dieser inhaltlichen Prägnanz auszeichnet, ist ihre markante und dichte Atmosphäre. Bereits das Wissen um den seltsamen Todesfall sorgt für ein flaues Gefühl, die Stimmung auf der Insel ist unpersönlich und kühl, in einigen Szenen steigert sich dies bis zu einer gesichtslosen Bedrohlichkeit. Auf emotionale Höhepunkte wird konsequent verzichtet, die vielen Ungewissheiten halten auch so bei der Stange.</p>
<p><img src="wp-content/bilder/artikel/3352_2.jpg" alt="" align="center" /></p>
<p>Zurückführen lässt sich dieser schlüssige Eindruck vor allem auf die stilvolle Inszenierung, auf ihre kunstvolle Ruhe, die kalten Farben und die sehr elegante Kameraarbeit. Die Kulissen traben ebenfalls dazu bei: Das generell düstere Wetter, dichte Wälder und sogar die seelenlose Architektur sorgen für Beklemmnis. Nie aus dem Fokus geraten dabei die Darsteller, die „Der Ghostwriter“ scheinbar mühelos tragen. Gerade Ewan McGregor macht seine Sache sehr gut, denn obwohl nicht viel zu seiner Rolle gesagt wird, nicht einmal der Name, gibt er den investigativen Autor doch äußerst glaubwürdig. Mit ihm auf Augenhöhe spielt Olivia Williams als eisige, undurchschaubare Ehefrau von Lang. Der ehemalige Premierminister selber wird hingegen weniger eindrücklich dargestellt, Pierce Brosnan fehlt es bei allem Zynismus ein wenig an der Größe, die einen Staatsmann auszeichnen sollte.</p>
<p>Dem Film schadet das nicht weiter, insgesamt hinterlässt er einen sehr runden Eindruck. Für seine interessante Handlung, die starken Dialoge und Figuren nimmt er sich viel Zeit, und was anderswo als unangenehme Behäbigkeit aufstoßen würde, fühlt sich hier sehr stimmig an. Nervenkitzel und Action braucht es dafür kaum einmal, denn das Drehbuch unterhält mühelos auf seine ganz eigene, unaufgeregte und deswegen ungewohnte Art. Die sehr guten Darsteller und die schicke Inszenierung tun ihr Übriges, dass „Der Ghostwriter“ nicht nur eine spannende Geschichte erzählt, sondern von Beginn an auch mit seiner Atmosphäre in den Bann zieht. Wie sich die Ereignisse an der historischen Realität orientieren und welches Bild von dieser gezeichnet wird, ist dabei nur eine Randnotiz, wenn auch eine gelungene. Einzig das Ende hat einen etwas faden Beigeschmack, bis dahin handelt es sich aber um sehr gelungene Unterhaltung.   </p>
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		<title>Inception</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Jul 2010 22:03:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Science Fiction]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn Cobb und seine Kollegen zuschlagen, dann schlafen ihre Opfer. Mit Hilfe einer Apparatur verbinden sie sich mit dessen Unterbewusstsein, werden Teil seiner Träume, formen diese und kommunizieren darin. Diese Methode gewährt Zugriff auf versteckte Gedanken, auf diese Art lassen sich geheime Informationen gewinnen, mit dieser Form der Wirtschaftsspionage verdienen die Verbrecher ihr Geld. Ihr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Cobb und seine Kollegen zuschlagen, dann schlafen ihre Opfer. Mit Hilfe einer Apparatur verbinden sie sich mit dessen Unterbewusstsein, werden Teil seiner Träume, formen diese und kommunizieren darin. Diese Methode gewährt Zugriff auf versteckte Gedanken, auf diese Art lassen sich geheime Informationen gewinnen, mit dieser Form der Wirtschaftsspionage verdienen die Verbrecher ihr Geld. Ihr neuer Auftrag erfordert allerdings nicht die Gewinnung von Material - im Gegenteil: Diesmal sollen Cobb und sein Team einem Unternehmer eine Idee in den Kopf setzen, auf dass der aus eigenem Antrieb sein Imperium zerschlägt. Als Belohnung winkt für den Meisterdieb die Aufhebung seiner Haftbefehle und die Rückkehr zu seiner Familie. Die Truppe beginnt daher damit, zusätzliche Helfer zu rekrutieren und einen hochkomplexen Plan zu entwerfen.</p>
<p><img src="wp-content/bilder/artikel/3355_1.jpg" alt="" align="center" /></p>
<p>Die Vorbereitungen von Cobb nutzt das Drehbuch, um mit viel Ruhe und sehr anschaulich seine abstrakten Konzepte zu erklären, die Figuren vorzustellen und den Grundstein für das große Verbrechen zu legen. Erst in seiner zweiten Hälfte kommt der Film in Fahrt, begeistert mit einer verworrenen Handlung, spielt zeitweise auf einer ungeheuerlichen Zahl von Eben und bleibt dank der ausführlichen Vorarbeiten doch immer verständlich. Ein Segen ist dabei, dass die Geschichte geradlinig, nie unnötig kompliziert verläuft, mit viel Präzision und strukturiert erzählt wird und einen sehr guten Rhythmus aus umfangreichen Gesprächen und kurzweiliger Spannung findet. Diese nahtlose Verbindung von Komplexität und Unterhaltung macht “Inception” zu einem beeindruckenden Erlebnis, das vom Zuschauer die volle Aufmerksamkeit einfordert und anstrengt, diese gedanklichen Mühen aber reich belohnt.</p>
<p>Eine besondere Freude ist das seltene, deshalb wertvolle Gefühl, etwas absolut eigenständiges zu sehen, das inhaltlich neue Pfade beschreitet und sich nicht an Konventionen hält. In dieser Hinsicht erinnert der Film an die “Matrix”-Trilogie, rüttelt ebenfalls mit beiden Händen an den Grundfesten der Realität, stellt sie in Frage, macht Konstanten wie Zeit und Schwerkraft zu vollkommen relativen Größen. Diese Gedankenspiele geben über die Geschichte hinaus nicht viel her, sind in deren Kontext aber absolut stimmig, lassen eine Vielzahl von Interpretationen zu und spicken “Inception” mit originellen Überraschungen und faszinierenden Einfällen. Diese kreative Masse bedingt allerdings auch, dass andere Dinge nur oberflächlich behandelt werden können, in erster Linie die Hintergründe der thematisierten Techniken und sämtliche Nebenfiguren. Auch Cobb bleibt etwas blutleer, mag die Beziehung zu seiner Familie auch ein zentrales Element der Handlung sein.</p>
<p><img src="wp-content/bilder/artikel/3355_2.jpg" alt="" align="center" /></p>
<p>Nahezu ausgebügelt wird dieser Makel durch die Darsteller, allesamt mit einer sympathischen Leistung auf generell hohem Niveau. Im Mittelpunkt steht Leonardo DiCaprio, der den getriebenen Cobb inklusive seiner dunklen Seiten mit großer Präsenz und sehr eindrucksvoll darstellt. In den Nebenrollen sorgt vor allem Marion Cotillard für verstörende Momente, ebenso überzeugen Ellen Page und Joseph Gordon-Levitt. Auch bei der Inszenierung spielt “Inception” in der ersten Liga, setzt die Eigenheiten seiner Geschichte mit oft atemberaubenden Aufnahmen um, findet einen passenden, kühlen Stil und viele beeindruckende Einstellungen. Ebenso ein Genuss ist die Musik, von der neben orchestralen Klängen vor allem ein mechanisches Dröhnen im Kopf bleibt. Der einzige kritische Punkt sind die Actionszenen: Die sind toll gemacht, wenn auch unübersichtlich, fühlen sich aber hin und wieder erzwungen an und haben kaum eine Relevanz für die Handlung.</p>
<p>Ein paar Makel lassen sich finden, Luft nach oben ist vorhanden, aber weder die trockenen Figuren noch die aufgesetzte Action können den tollen Gesamteindruck ankratzen. Scheinbar mühelos gelingt es dem Film, von der ersten bis zur letzten Minute zu packen, eine spannende Fiktion auszubreiten und mit einer virtuosen Handlung zu verweben. Natürlich hat “Inception” seine Höhepunkte, fasziniert mit der Originalität seiner Geschichte, zeigt unglaubliche Bilder, aber es bleiben nicht einzelne Szenen im Gedächtnis - es ist tatsächlich das große Ganze. Starke Darsteller und eine tolle Inszenierung treffen auf ein Drehbuch, das Anspruch und Kurzweil schlüssig unter einen Hut bringt, das den Zuschauer ernst nimmt und ihn zum Mitdenken auffordert. Das Ergebnis ist nicht nur interessant oder hübsch anzusehen, es funktioniert auf jeder Ebene, fordert heraus und macht gerade deswegen so viel Spaß. Ganz großes Kino und fantastische Unterhaltung eben.</p>
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		<title>No Mercy</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Jul 2010 07:03:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi]]></category>

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		<description><![CDATA[In einem Sumpf wird die Leiche einer jungen Frau gefunden; sämtliche Gliedmaßen wurden abgetrennt, ein Arm ist gänzlich verschwunden. Auf Basis der Spuren am Fundort und einer Obduktion der Toten stoßen der renommierte Gerichtsmediziner Kang und die junge Ermittlerin Min schnell auf eine heiße Spur. Diese führt zu einer Gruppe von Umweltaktivisten, deren Mitglieder vehement [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In einem Sumpf wird die Leiche einer jungen Frau gefunden; sämtliche Gliedmaßen wurden abgetrennt, ein Arm ist gänzlich verschwunden. Auf Basis der Spuren am Fundort und einer Obduktion der Toten stoßen der renommierte Gerichtsmediziner Kang und die junge Ermittlerin Min schnell auf eine heiße Spur. Diese führt zu einer Gruppe von Umweltaktivisten, deren Mitglieder vehement gegen Baumaßnahmen an einem Fluss eintreten. Auf dem Gelände einer der beteiligten Firmen findet sich auch prompt das fehlende Körperteil und führt zum Mörder, dem Anführer der Truppe. Doch trotz der eindeutigen Beweislage hat der noch einen Trumpf in der Hand - und spielt Kang mehrere Bilder von dessen entführter Tochter zu. Für ihr Überleben fordert er eine Gegenleistung ein.</p>
<p><img src="wp-content/bilder/artikel/3317_1.jpg" alt="" align="center" /></p>
<p>So oder so ähnlich entwickelt so mancher Krimi eine sehr persönliche Dimension, in erster Linie zeichnet sich “No Mercy” aber durch seine ungewohnte Struktur aus. Der Täter ist bereits nach kurzer Zeit gefasst, das große Verbrechen aber noch lange nicht aufgeklärt. Dem Drehbuch gelingt es sehr gut, die Wahrheit stückweise zu enthüllen und dabei immer wieder für Überraschungen zu sorgen; die schiere Verfahrenheit der Situation bedingt allerdings auch, dass sich der Film gelegentlich etwas anstrengend anfühlt. Zudem ist die zweite Hälfte ein wenig zu langsam gestaltet, leidet unter einigen langatmigen Stellen und kommt kaum vom Fleck. Weiter schlimm ist das nicht, denn abgesehen von diesen kleinen Problemen handelt es sich um einen sehr gut erzählten Krimi, der seiner Handlung immer wieder neue Facetten hinzufügen kann.</p>
<p>Großen Anteil daran haben sie Figuren, mag mit Min auch eine der treibenden Kräfte der Handlung etwas zu wenig Beachtung erfahren. Dafür überzeugen Kang und sein inhaftierter Gegenspieler, denn in ihrem Verlauf kreist die Geschichte immer enger um das komplizierte Verhältnis der beiden. Da der eine in Haft sitzt, der andere ein gesetzter Herr ist, liegt der Fokus nicht auf Action und Spannung; vielmehr baut der Film eine intensive Stimmung auf, die über weite Strecken bei der Stange hält und ebenso wie die Handlung gut gesetzte Höhepunkte hat. Beim exzellenten Schluss sind auch die kleinen Probleme vergessen, der Film endet eindrücklich und hinterlässt durchaus einen emotionalen Nachhall. Die Moral seiner Geschichte bringt “No Mercy” nämlich eindrucksvoll auf den Punkt, übermäßiger Tiefsinn wird dabei allerdings nicht vermittelt.</p>
<p><img src="wp-content/bilder/artikel/3317_2.jpg" alt="" align="center" /></p>
<p>Ebenfalls gelungen, allerdings weniger prägnant fällt die Inszenierung aus. Die Optik ist geprägt von kräftigen Farben und einem stimmigen Stil; wirklich auffällig sind allerdings nur die unappetitlichen Bilder einer Obduktion. Auch bei der Musik gibt es keinen Grund zur Kritik, viel mehr überzeugt diese immer wieder durch ihren sehr punktgenauen Einsatz. Absolut in Ordnung gehen auch die Schauspieler, mag Han Hye-jin auch stark durch ihre recht einfach gestrickte Rolle als aufstrebende Polizisten beschränkt werden. Einen beeindruckenden, glaubhaften Wandel macht Sol Kyung-gu als Ermittler und Vater durch, eine tolle Leistung zeigt daneben Ryu Seung-beom mit seiner Darstellung des kalkulierten, absolut perfiden Bösewichtes.</p>
<p>Mit Blick auf all diese Qualitäten fällt es nicht schwer, dem Film seine vereinzelten dramaturgischen Durchhänger zu verzeihen. Die Ausgangslage der Geschichte mag nicht unbekannt sein, mit zahlreichen Überraschungen und Wendungen kann die Handlung aber überzeugen; darüber hinaus gelingt es dem Drehbuch, eine packende Atmosphäre aufzubauen und mit wohl dosierten Enthüllungen bei der Stange zu halten. Darsteller und technische Aufmachung fügen sich stimmig in das insgesamt sehr positive Bild ein, die große Stärke von “No Mercy” bleibt aber definitiv die erzählerische Klasse. Ganz besonders kommt diese beim fulminanten Abschluss zu tragen, der einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt und daher mehr als einen guten Krimi, nämlich einen richtig starken Film beschließt.</p>
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		<title>Kick-Ass</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jul 2010 07:44:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Action]]></category>

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		<description><![CDATA[Superhelden gibt es im Comic und auf der Leinwand, nicht aber in der Realität. Warum eigentlich? Die Antwort kennt Dave nicht, also nimmt er die Sache selber in die Hand - ohne besondere Kräfte, ohne taugliche Ausrüstung, aber mit viel Elan und einem grünen Anzug. Der Versager wird zu Kick-Ass, und nachdem der erste Einsatz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Superhelden gibt es im Comic und auf der Leinwand, nicht aber in der Realität. Warum eigentlich? Die Antwort kennt Dave nicht, also nimmt er die Sache selber in die Hand - ohne besondere Kräfte, ohne taugliche Ausrüstung, aber mit viel Elan und einem grünen Anzug. Der Versager wird zu Kick-Ass, und nachdem der erste Einsatz für Recht und Ordnung im Krankenhaus endet, rollt der Ball plötzlich. Ein Video macht seine geheime zweite Identität zum nationalen Internet-Phänomen, im tristen Alltag als Schüler läuft es mit den Frauen. Sogar neue Mitstreiter finden sich, als ihm das blutrünstige Duo aus einem kleinen Mädchen und ihrem Vater aus einer brenzligen Situation hilft Allerdings folgt auch die Gegenreaktion prompt, denn der Pate einer lokalen Verbrecherbande fühlt sich auf die Füße getreten, bringt seinen eigenen Superhelden zum Einsatz und macht Schluss mit lustig.</p>
<p><img src="wp-content/bilder/artikel/3284_1.jpg" alt="" align="center" /></p>
<p>Für Dave wird die Lage damit ernst, im Drehbuch spielt der Humor aber eine zentrale Rolle. Gerade in seiner ersten Hälfte gibt sich “Kick-Ass” einige Mühe, die gängigen Superhelden und ihre Eigenheiten zu parodieren, an allen Ecken und Enden auf sie anzuspielen. Das klappt, die Verbindung der kalten Realität mit naivem Heroismus ist äußert unterhaltsam, im weiteren Verlauf verliert tritt dieser Aspekt allerdings in den Hintergrund. Stattdessen konzentriert sich der Film in seiner zweiten Hälfte auf den Konflikt von Dave und seinen Gefährten mit dem organisierten Verbrechen, was der Handlung viel von ihrer Eigenständigkeit nimmt. Denn abgesehen von absurder, blutiger, zweifelsohne gelungener Action machen sich auch einige Längen breit und entwickelt sich die Handlung vorhersehbar, macht bei aller Kritik aber immer noch Spaß und hat gelungene Figuren zu bieten.</p>
<p>Ungleich ärgerlicher ist, wie der parodistische Aspekt dabei unter die Räder kommt und “Kick-Ass” seine eigene Prämisse demontiert. Am Ende legt sich kein übermotivierter Jugendlicher mehr mit der Realität an und kriegt dabei die Leviten gelesen, es mischen ein paar ordinäre Superhelden die lokalen Bösewichter auf. Was den Film darüber hinaus zu einem fragwürdigen Erlebnis macht, ist die Art und Weise, wie dieses Vorgehen inszeniert wird - nämlich mit viel Blut, der stilvollen Glorifizierung von Gewalt und einem kleinen Mädchen als gnadenloser Mordmaschine. Das wertet den Film nicht per se ab und kann dank kalkulierter Tabubrüche durchaus unterhalten, es fügt sich aber nicht schlüssig zusammen. Von der ursprünglichen Persiflage, von einem Sinn hinter der Gewalt ist nicht mehr viel zu spüren, der Reiz der Exzesse weicht daher schnell dem Befremden.</p>
<p><img src="wp-content/bilder/artikel/3284_2.jpg" alt="" align="center" /></p>
<p>Ansonsten gibt die Inszenierung keinen Grund zur Klage, bietet einen souveränen Stil und gipfelt immer wieder in gut gemachter, ziemlich überdrehter Action. Humor und Kreativität kommen dabei nicht zu kurz, mit Einlagen aus der Ego-Perspektive, wilder Akrobatik und dem Einsatz ungewöhnlicher Waffen setzt “Kick-Ass” immer wieder absurde Akzente. Untermalt wird der Spaß von manchmal rockigem, manchmal orchestralem Bombast. Auch die Darsteller gehen in Ordnung, wobei Aaron Johnson als sympathischer Protagonist nicht weiter bemerkenswert ist. Für wesentlich mehr Aufsehen sorgen Chloë Moretz, hinter deren kindlicher Fassade eine gnadenlose Mörderin mit derben Sprüchen steckt, sowie Nicolas Cage, der ihren Vater und den verbitterten Waffennarren mit einiger Selbstironie gibt.</p>
<p>An der Umsetzung gibt es also wenig auszusetzen, das eigentliche Problem ist das Drehbuch. Was als ausgelassene, humorvolle Parodie beginnt, entwickelt sich zu nichtssagender Action mit krassen Brutalitäten, bei deren Anblick das Lachen immer wieder im Halse stecken bleibt. Und gerade weil damit am Ende genau das herauskommt, was in der ersten Hälfte durch den Kakao gezogen wird, fühlt sich der Film alles andere als stimmig an. Der tolle Auftakt schürt die Hoffnung auf eine bodenständige, absurde Version von “<a href="http://slangwhanger.de/?p=797">Watchmen</a>”, viel mehr als lauter Krach mit bitterem Beigeschmack wird allerdings nicht geboten. Das enttäuscht, in dieser Hinsicht ist “Kick-Ass” misslungen, kann ansonsten aber durchaus überzeugen. Denn als hemmungslose Action mit humorvollen Einwürfen geht er in Ordnung.</p>
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		<title>My Name is Khan</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Jul 2010 21:00:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Drama]]></category>

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		<description><![CDATA[Rizvan Khan ist Autist, ein intelligenter, humorvoller und aufrichtiger Mann, aber unbeholfen in sozialen Situationen; er hat panische Angst vor der Farbe Gelb und sieht die Realität wie sie ist, kann sie nicht interpretieren. Seinen Weg hat er dennoch gefunden und den großen Wunsch seiner Mutter erfüllt: Rizvan hat sich ein glückliches Leben geschaffen. Von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rizvan Khan ist Autist, ein intelligenter, humorvoller und aufrichtiger Mann, aber unbeholfen in sozialen Situationen; er hat panische Angst vor der Farbe Gelb und sieht die Realität wie sie ist, kann sie nicht interpretieren. Seinen Weg hat er dennoch gefunden und den großen Wunsch seiner Mutter erfüllt: Rizvan hat sich ein glückliches Leben geschaffen. Von Indien ist er nach Amerika gezogen, hat in Mandira seine Traumfrau gefunden und mit ihr, gegen alle Widerstände eine Familie gegründet. Zerstört wird die perfekte Idylle, als Muslime in den Nachwehen des 11. September zum Feindbild erklärt werden. Für Rizvan werden sein Glaube und sein Nachname zur Gefahr, und daher macht er sich auf den Weg zum Präsidenten der Vereinigten Staaten, um ihn zu sagen, dass er Khan heißt und kein Terrorist ist.</p>
<p><img src="wp-content/bilder/artikel/3140_1.jpg" alt="" align="center" /></p>
<p>Durch diese Orientierung am Zeitgeist steckt die Handlung tief drin in der Realität, nimmt es mit der Glaubwürdigkeit aber nicht allzu genau und versprüht den Charme eines modernen Märchens. Im Mittelpunkt stehen natürlich große Gefühle und der moralische Zeigefinger, allerdings ohne sich gar zu sehr in den Vordergrund zu drängen; geprägt ist die Reise von Rizvan von wundersamen Wendungen, gerade im letzten Drittel übertreibt es der Film aber mit den wirren Entwicklungen. Zudem ist die Laufzeit von weit über zwei Stunden im Original etwas übertrieben, an einigen Stellen wirkt “My Name is Khan” aufgebläht und zieht sich in die Länge. Zumeist funktioniert die Handlung aber, unterhält mit einfallsreichen Ideen sowie interessanten Beobachtungen und packt diese in das Gewand einer bekömmlichen Liebesgeschichte.</p>
<p>Ein besonderes Augenmerk liegt natürlich auf dem Protagonisten, der mit seinen Eigenheiten manchmal anstrengt, generell aber ein schräger Vogel zum Liebhaben ist. Bei dessen Darstellung wird der Film dem Ruf seiner indischen Herkunft immer wieder gerecht und setzt auf die kitschige Überhöhung von Emotionen. Gleichzeitig hat die Handlung auch eine kritische Seite zu bieten und wirft aus der naiven Perspektive von Rizvan einen Blick auf die Vereinigten Staaten nach dem 11. September. Die Wut auf ordinäre Muslime wird als irrational und falsch entlarvt - ebenso wird mit Kritik an der Gegenseite nicht gespart, denn an religiösen Extremisten lässt “My Name is Khan” ebenfalls kein gutes Haar. Abgesehen von einigen arg platten Szenen überzeugt das Drehbuch damit und kombiniert große Emotionen sowie nachdenkliche Tiefe durchaus effektiv.</p>
<p><img src="wp-content/bilder/artikel/3140_2.jpg" alt="" align="center" /></p>
<p>Beherrscht wird der Film eindeutig von seinem Hauptdarsteller: Körperlich, im Ausdruck und bis in kleine Details geht Shahrukh Khan in der Rolle als Autist auf. Trotz seiner Behäbigkeit in sozialen Situationen wird Rizvan dadurch zu seiner glaubwürdigen, sympathischen Figur; hingegen werden die energischen Szenen zumeist von Kajol Devgan als Mandira geprägt. Optisch lässt sich der Film kaum einordnen, gleicht den gängigen Produktionen aus Amerika, hebt sich von diesen aber immer wieder durch ungewöhnliche Perspektiven, kräftige Farben und den gewissen Kitsch-Faktor ab. Auch die Musik tendiert in diese Richtung, gerade die eingängigen Klänge aus Indien fügen sich ein und sorgen für einige nette Akzente.</p>
<p>Somit erfindet “My Name is Khan” das Rad nicht neu, kann sich über die Romanze von Rizvan und Mandira hinaus aber seine Eigenständigkeit erarbeiten. Denn neben großen Emotionen entwickelt er einen kritischen Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen, denen er aus ungewohnter Perspektive begegnet, nämlich aus der eines Autisten und eines Moslem. Das erinnert in mancher Hinsicht an eine politisierte Fassung von “Forrest Gump” - allerdings ohne dessen Lockerheit. Denn durch seinen bierernsten Ton und die sehr umfangreiche Laufzeit fühlt sich der Film gelegentlich aufgeblasen an, gerade im Angesicht der absurden Entwicklungen zum Ende und dem unnachgiebigem Kitsch. An diesem Punkt ist die Geschichte wohl Geschmackssache, bietet aber interessante, nette Unterhaltung.</p>
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		<title>Repo Men</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 08:07:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Science Fiction]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Zukunft sind schlechte Augen und Ohren, kaputte Gelenke oder Organe kein Problem mehr, denn Unternehmen verkaufen und implantieren künstlichen Ersatz. Der ist allerdings nicht günstig, und wer nach Mahnungen und Fristen nicht zahlen kann, der bekommt Besuch von den Repo Men. Zu den Besten unter ihnen zählen Remy und Jake, die seit jungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Zukunft sind schlechte Augen und Ohren, kaputte Gelenke oder Organe kein Problem mehr, denn Unternehmen verkaufen und implantieren künstlichen Ersatz. Der ist allerdings nicht günstig, und wer nach Mahnungen und Fristen nicht zahlen kann, der bekommt Besuch von den Repo Men. Zu den Besten unter ihnen zählen Remy und Jake, die seit jungen Jahren gemeinsam durch dick und dünn und nun auch über Leichen gehen, um das verbaute Material für ihren Arbeitgeber zurückzuholen. Allerdings plant Remy den Ausstieg, denn mit seiner Familie und seinem Gewissen ist das blutige Vorgehen nicht länger in Einklang zu bringen. Als er nur knapp einen Arbeitsunfall überlebt, bekommt er selber ein künstliches Herz eingebaut und hat die immensen Kosten zu tragen. Dennoch entscheidet er sich gegen seinen Beruf, gegen das gute Einkommen - und damit gegen das System.</p>
<p><img src="wp-content/bilder/artikel/3006_1.jpg" alt="" align="center" /></p>
<p>Die Idee vom unfreiwilligen Seitenwechsel ist ganz sicher nicht neu, mit seiner ungewohnten Prämisse überzeugt “Repo Men” allerdings, zeichnet ein gnadenloses Bild der Zukunft und ordnet die Geschichte in seinen sehr interessanten Kontext ein. Auch die beiden Protagonisten sind gelungen, machen einen glaubwürdigen Wandel durch und bleiben trotz ihrer blutigen Arbeit doch sympathisch. Leider bewahrt dies den Film nicht davor, nach seinem tollen Auftakt zu erlahmen: Die Handlung verläuft absehbar und kommt nur schwer voran, aus den inhaltlichen Schwerpunkten wird nur wenig gemacht, es macht sich die Langeweile breit. Das Drehbuch rafft sich zwar noch einmal auf und zaubert überraschende Wendungen aus dem Hut, diese wirken aber arg bemüht und fügen sich nur holprig ein.</p>
<p>Die zweite Schwäche neben der Handlung sind die falsch gesetzten Schwerpunkte. Seine Vision einer düsteren, von Unternehmen beherrschten Zukunft beginnt “Repo Men” gut, führt sie aber kaum mehr aus und lässt damit einige zentrale Fragen unbeantwortet. Sieht der Staat dem blutigen Treiben der Unternehmen tatenlos zu? Warum braucht ein jeder künstliche Körperteile? Wirklich schlüssig fühlt sich der Film nicht an und kommt kaum einmal zum Punkt, denn auch die Verbindung zur Gegenwart und der bitterböse Humor bleiben sehr oberflächlich. Wo er sich hingegen übermäßig austobt, ist bei der brutalen Darstellung der Tätigkeiten von Remy und Jake. Die Gewalt ergibt im Kontext der Geschehnisse zwar durchaus Sinn, nimmt zum Ende hin aber eine solch blutrünstige Form an, dass der Ekel überwiegt und die Handlung in den Hintergrund zu treten scheint.</p>
<p><img src="wp-content/bilder/artikel/3006_2.jpg" alt="" align="center" /></p>
<p>Abgesehen von diesen übertriebenen Exzessen ist “Repo Men” allerdings makellos inszenierte Science Fiction, die mit toller Kameraarbeit sowie gut gemachten, unaufdringlichen Effekten eine stimmige Fiktion entwirft. Ebenfalls gelungen ist die musikalische Untermalung mit einigen unerwarteten, schrägen Klängen. Nur die gelegentlichen Action-Einlagen fallen ab, handelt es sich doch trotz der kreativen Aufmachung und einer stellenweise sehr fraglichen Ästhetisierung um ordinäres Geprügel. Die Darsteller geben ein generell gutes Bild ab, wirken aber insgesamt etwas unterfordert: Jude Law als Remy und Forest Whitaker als Jake spielen souverän auf, haben aber nur wenige wirklich starke Szenen, in zweiter Reihe gibt vor allem Liev Schreiber als Chef der beiden Kumpanen ein gutes Bild ab.</p>
<p>Diese Qualitäten, die gelungene Aufmachung, die guten Schauspieler und ganz besonders die spannende Ausgangslage können aber nicht überdecken, dass der Film nur selten funktioniert. Der Einstieg ist sehr gelungen, von da an geht es aber beständig abwärts, denn nicht die aufgezwungenen Wendungen, weder Humor noch Action und schon gar nicht die derben Brutalitäten können überdecken, dass der Handlung schnell die Luft ausgeht. Ebenfalls auf der Strecke bleibt die Auseinandersetzung mit den Hintergründen, denn weder liefert das Drehbuch eine in sich schlüssige Dystopie, noch hat es zu deren Fragwürdigkeiten wirklich etwas zu sagen. Das Material für eigenständige, packende Science Fiction ist vorhanden, es fügt sich aber nicht zusammen - und somit ist “Repo Men” sehr interessant, aber trotzdem nur wenig gelungen.</p>
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